In der Geschichte der Befreiungskriege gibt es viele bekannte Schlachten, doch das Gefecht vor den Toren von Roßlau 1813 wird oft übersehen. Während schwedische Truppen in vielen größeren Gefechten meist nur eine kleine Rolle spielten, fand auf den südlichen Elbwiesen vor Roßlau ein bemerkenswerter Einsatz statt – hier kämpfte eine ganze schwedische Brigade gegen die französischen Truppen. Zu Beginn des Jahres 1813 zog Kronprinz Carl Johann von Schweden seine Truppen vorsichtig zurück, da er ursprünglich auf einen Feldzug gegen Norwegen setzte. Der schwedische Beitrag zu den Befreiungskriegen war in den deutschen Berichten oft von Kritik begleitet, da Carl Johann versuchte, seine Armee aus größeren Kämpfen herauszuhalten. Dennoch kamen schwedische Truppen immer wieder zum Einsatz, unter anderem in den Schlachten bei Großbeeren, Dennewitz, Leipzig und in verschiedenen kleineren Gefechten. In diesem Artikel wollen wir uns jedoch auf das weniger bekannte Gefecht bei Roßlau konzentrieren, das am 29. September 1813 stattfand. Hier zeigten die schwedischen Truppen eindrucksvoll ihren Mut und ihre Entschlossenheit. Dem auch ein Siegespfennig gewidmet wurde (siehe Abbildung).
Die Situation um Roßlau
Nach der Schlacht von Dennewitz zogen sich die französischen Korps unter Marschall Ney auf das linke Elbufer zurück, um sich neu zu formieren. Ney wollte seine Truppen verstärken, befürchtete jedoch, dass die verbündeten Truppen bereits den Fluss überschritten hatten. Doch es war nur eine kleine Gruppe von Kosaken, die auf der anderen Seite der Elbe unterwegs war. Die Franzosen bereiteten sich darauf vor, ihren Brückenkopf zu verteidigen, während die Verbündeten näher rückten und Brücken bei Roßlau und anderen Orten über die Elbe schlugen.
Am 16. September setzten die Schweden 100 Mann über den Fluss und begannen, sich Richtung Dessau zu bewegen. Dabei stießen sie auf die verbündeten Kosaken und begannen, die feindlichen Stellungen auszukundschaften. Bei einem Rückzugsgefecht nach einem Vorstoß auf Wittenberg erlitten die schwedischen Truppen Verluste, kehrten aber sicher nach Roßlau zurück.
Der Einsatz bei Roßlau
Am 17. September begannen die Schweden unter dem Kommando von Ingenieur-General Franc Sparre mit dem Bau einer Brücke über die Elbe bei Roßlau, um die Truppenversorgung zu sichern. Zur Verteidigung der Arbeiten konnten die Schweden auf altes Baumaterial der Roßlauer Schanze aus dem 30-jährigen Krieg zurückgreifen. Dies half, eine erste Verteidigungslinie zu errichten.
Am 22. September marschierten die Kosaken-Brigaden Predell und Staal über die Elbe und weiter Richtung Dessau beidseits der Mulde. Dabei trafen sie auf französische Kavallerie. Ein kurzer, aber intensiver Gefechtsverlauf führte dazu, dass die französischen Truppen sich zurückzogen und die Schweden ihre Stellung behaupteten. Die Schweden, unterstützt durch ihre Artillerie, blieben standhaft und bereit, einen Gegenangriff der Franzosen abzuwehren.
Der Angriff vom 28. September
Am 28. September kam es zu einer wichtigen Auseinandersetzung. Den verbündeten Truppen ging es um die Besetzung Dessaus, doch erbitterte Kämpfe mit den Franzosen zwangen sie, sich hinter ihren Brückenkopf zurückzuziehen. Mit dem Abschluss der Schanzarbeiten am nördlichen Muldearm an der Dessauer Straße, sowie zwischen Elbe und Mulde über 700 Meter Länge, war man auf den Angriff der Franzosen vorbereitet. Dieser erfolgte am 29. September mit drei Bataillonen.
Während französische Truppen versuchten, den schwedischen Brückenkopf zu überwinden, leisteten die Schweden erbitterten Widerstand. Mit Hilfe ihrer Artillerie und zahlreicher Infanterieeinheiten konnten die Schweden die französischen Angriffe abwehren und die Franzosen zurückdrängen.
Ein besonderes Augenmerk verdient die Tapferkeit der schwedischen Soldaten, die sich unter schwierigsten Bedingungen behaupteten. Ihre Artillerie, stationiert auf dem nördlichen Elbufer, unterstützte sie dabei, die Franzosen in Schach zu halten.
(Bild im Privatbesitz! Maler: Volker Polenz im Jahr 2009)
Die Bedeutung des Gefechts
Obwohl der Kronprinz Carl Johann und seine Truppen während der Befreiungskriege oft in der Defensive standen, zeigte das Gefecht von Roßlau, dass die schwedischen Truppen keineswegs zurückhaltend waren. Im Gegenteil – sie standen ihren russischen und preußischen Kameraden in nichts nach und zeigten großen Einsatzwillen. Auch wenn dieses Gefecht in der historischen Darstellung der Befreiungskriege oft übersehen wird, bleibt es ein bedeutendes Kapitel der schwedischen Militärgeschichte in dieser Zeit.
Das Gefecht bei Roßlau zeigt, wie wichtig auch kleinere Schlachten in der Gesamtstrategie der Befreiungskriege waren und wie die schwedischen Truppen ihren Beitrag zur endgültigen Niederlage Napoleons leisteten.
weiterreichende Links:
Das vergessene Gefecht der Schweden – Roßlau 1813
Die schwedischen Truppen im Feldzug, Herbst 1813 und die Schlacht bei Roßlau
Die Elblinie verteidigen Zur Rolle der Feldbefestigungen im Herbstfeldzug 1813
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