Schlacht an der Elbbrücke (11.-25. April 1626)

Schlacht an der Elbbrücke (11.-25. April 1626)

Text: Mike Kaltofen & Klemens Koschig
Redaktion & Gestaltung: Mike Kaltofen

Vorgeschichte

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) begann als Religionskonflikt zwischen katholischer Liga und protestantischer Union, entwickelte sich jedoch rasch zu einem Machtkampf um die Vorherrschaft in Europa. Religion – später auch nationale Interessen – dienten häufig nur als Vorwand für territoriale und wirtschaftliche Ziele. Besonders die Zivilbevölkerung litt massiv: Krieg, Plünderungen, Missernten während der „Kleinen Eiszeit“ und Seuchen wie die Pest führten zu Verwüstung und Entvölkerung ganzer Landstriche.

Zeitstrahl des 30. jährigen Krieges (Bild erstellt mit ChatGPT, 03. April 2026.)

Schlacht an der Elbbrücke fand im Rahmen des sogenannten Dänisch-Niedersächsischen Krieges (1623–1629) statt. Auslöser war der Kriegseintritt des dänischen Königs Christian IV. gegen den Kaiser Ferdinand II.

 Christian IV von Dänemark und Norwegen & Kaiser Frerdinand II. 

(Bilder erstellt mit ChatGPT, 03. April 2026. „Original Bild siehe Quellennachweis unten“)

Um einen Übergang über die Elbe zu verhindern, ließ Albrecht von Wallenstein bereits Ende 1625 die strategisch wichtige Elbbrücke bei Dessau besetzen und massiv befestigen. Unter anderem wurden:

  • eine große sternförmige Schanze mit Wall und Graben

  • Bastionen für Artillerie (insgesamt bis zu 80 Geschütze)

  • Redouten zur Sicherung der Zugänge

  • Palisaden und „Spanische Reiter“ (Abwehrhindernisse)

errichtet.

Kaiserliche Schanze bei Roßlauer Seite

(Bild Quelle: AG Heimatgeschichte Roßlau)

Die Arbeiten wurden größtenteils von zwangsverpflichteten Bauern durchgeführt, während gleichzeitig Söldner die Umgebung systematisch ausplünderten („Verproviantisierung“). Beschwerden lokaler Fürsten wie Johann Kasimir von Anhalt-Dessau blieben wirkungslos.

Johann Casimir Fürst von Anhalt-Dessau  

(Bilder erstellt mit ChatGPT, 03. April 2026. „Original Bild siehe Quellennachweis unten“)

Anfang April 1626 rückte das Heer von Ernst von Mansfeld Richtung Elbe vor, nachdem es zuvor Orte wie Burg, Rogätz und Zerbst besetzt hatte – oft unter schweren Übergriffen auf die Bevölkerung.

Protestantische Seite:

  • Oberbefehl: Ernst von Mansfeld Unterstützt u. a. von: General Hans Fuchs von Bimbach

  • Stärke: ca. 12.000 Mann

  • Zusammensetzung: Söldner (Musketiere, Pikeniere, Reiterei, Artillerie)

Graf Peter Ernst II. von Mansfeld & Hans Philipp Fuchs von Bimbach  

(Bilder erstellt mit ChatGPT, 03. April 2026. „Original Bild siehe Quellennachweis unten“)

Kaiserliche Seite:

  • Oberbefehl: Albrecht von Wallenstein, Unterführer: u. a. Johann von Aldringen, Heinrich von Schlick, Rambold XIII. Graf von Collalto

  • Stärke: etwa 11.000 Infanteristen + mehrere Reiterregimenter

  • Vorteil: starke Befestigungen und überlegene Artillerie

Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein(Wallenstein), Johann Graf von Aldringen, Heinrich Graf Schlick zu Bassano und Weißkirchen & Rambold XIII. Graf von Collalto 

(Bilder erstellt mit ChatGPT, 03. April 2026. „Original Bild siehe Quellennachweis unten“)

Schlachtverlauf

(Bild Quelle: Herzog Anton Ulrich-Museum https://nat.museum-digital.de/object/792686)

(Bild Quelle: Herzog Anton Ulrich-Museum https://nat.museum-digital.de/object/792686)

Bereits Anfang April 1626 begann Mansfeld mit ersten Angriffen und Artilleriebeschuss auf die kaiserlichen Stellungen, nachdem er bei Roßlau Stellung bezogen hatte. Trotz intensiven Beschusses konnte die Schanze gehalten werden.

Nach einem zwischenzeitlichen Rückzug (um einem geschlagenen Verbündeten zu helfen) kehrte Mansfeld am 21. April mit etwa 12.000 Mann zurück und begann erneut mit:

  • dem Ausbau eigener Stellungen (Laufgräben, Redouten)

  • schwerem Artilleriebeschuss (über 30 Geschütze)

Am 23. April intensivierte sich der Angriff, doch die kaiserlichen Linien hielten stand. Gleichzeitig rückten Verstärkungen unter Wallenstein an.

(Bild Quelle: AG Heimatgeschichte Roßlau)

Entscheidende Phase (24.–25. April 1626):

  • Wallenstein traf mit seinem Hauptheer ein und überschritt unbemerkt die gut getarnte Brücke.

  • Truppen unter Heinrich von Schlick positionierten sich verdeckt im Wald.

  • Am 25. April erfolgte ein überraschender Angriff auf Mansfelds linke Flanke.

(Bild erstellt mit ChatGPT, 03. April 2026.)

Die Folgen waren verheerend:

  • Explosionen von Pulverwagen sorgten für Chaos.

  • Kaiserliche Truppen griffen gleichzeitig frontal und flankierend an.

(Bild erstellt mit ChatGPT, 03. April 2026.)

Vier Infanterieregimenter wurden zerschlagen. Viele Soldaten starben im Kampf oder ertranken in der Elbe. Das Schlachtfeld südlich der Bernsdorfer Heide verwandelte sich in ein Trümmerfeld.
Mansfeld selbst konnte mit Resttruppen über Zerbst fliehen.

(Bild erstellt mit ChatGPT, 03. April 2026.)

Auswirkungen

Die Schlacht endete nach etwa sechs Stunden mit einem klaren Sieg Wallensteins:

  • Verluste Mansfeld: ca. 3.000–4.000 Tote

  • Verluste Kaiserliche: etwa 1.000 Tote

Folgen

  • Zerschlagung eines wichtigen protestantischen Heeres

  • Sicherung des Elbübergangs und strategischer Vorteil für den Kaiser

  • weiterer Aufstieg Wallensteins als führender Militär des Reiches

  • erneute Verwüstung der Region durch Plünderungen nach der Schlacht

Für die Bevölkerung bedeutete die Schlacht – wie so oft im Dreißigjährigen Krieg – weiteres Leid: Dörfer wurden geplündert, Felder verwüstet und die ohnehin geschwächte Bevölkerung weiter dezimiert.

(Bild erstellt mit ChatGPT, 03. April 2026.)

Langfristig blieb der Krieg ein zerstörerischer Kreislauf („Der Krieg ernährt den Krieg“), der erst mit dem Westfälischen Frieden 1648 vorläufig beendet wurde – allerdings ohne die tiefen Wunden im Reich sofort heilen zu können.

Quellennachweise: Bildvorlagen für ChatGPT:

Christian IV:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/b/ba/1577_Christian.JPG

Ferdinand II.:

https://www.habsburger.net/files/styles/large/public/originale/kaiser_ferdinand_ii._mit_orden_vom_goldenen_vlies_kupferstich_original.jpg?itok=bDZuSJVp

Johann Casimir:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e5/Johann_Kasimir_F%C3%BCrst_Anhalt-Dessau_%28cropped%29.jpg

von Mansfeld:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/61/PeterErnstIIofMansfield02.jpg

von Bimbach:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/08/Fuchs_von_Bimbach.png

von Wallenstein:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/85/Arolsen_Klebeband_01_399_3.jpg

von Aldringen:

https://diglib.hab.de/varia/haum/g-mueller-exc-ab3-0004/max/000001.jpg

von Schlick:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/47/Portret_van_Heinrich_Schlick%2C_RP-P-1938-663.jpg

von Collato:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/aa/Reichsgraf_Rambold_XIII._von_Collalto_1625.png

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