Ministerpräsident Sven Schulze zu Gast in Roßlau
Roßlau, 25. Februar 2026.
Der Wirtschaftskreis Roßlau hatte am Dienstagabend zum Wirtschaftsgespräch geladen – und rund 50 Gäste aus Wirtschaft, Handwerk und Unternehmerschaft folgten der Einladung. Als Gesprächspartner stellte sich der ehemalige Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt und heutige Ministerpräsident Sven Schulze den Fragen der regionalen Akteure. Veranstaltungsort war der Besprechungsraum der Freiwilligen Feuerwehr Roßlau, die nicht nur ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, sondern die Gäste auch mit Getränken und einem hervorragend vorbereiteten Buffet bewirtete.
Pünktlich um 18.30 Uhr eröffnete der Vorsitzende des Wirtschaftskreises, Daniel Kemp, die Veranstaltung und führte als Moderator durch den Abend. In seiner Begrüßung hob er die Bedeutung des direkten Austauschs zwischen Landespolitik und regionaler Wirtschaft hervor: „Es geht um offenen Dialog und um konkrete Lösungen für unsere Region.“

Bis etwa 20.30 Uhr nahm sich Ministerpräsident Schulze ausführlich Zeit für die Anliegen der Anwesenden. Ein zentrales Thema war die Infrastruktur – insbesondere die sanierungsbedürftige Zerbster Brücke, die perspektivisch neu errichtet werden muss, um die derzeitige Behelfsbrücke zurückbauen zu können. Die Teilnehmenden machten deutlich, dass der Zustand der Brücke zahlreiche Unternehmen unmittelbar betrifft. Verlässliche Verkehrswege seien unerlässlich für Logistik, Fachkräftegewinnung und wirtschaftliche Entwicklung.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung. Vertreter verschiedener Betriebe schilderten die wachsenden Herausforderungen bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Peter Talaska von der Roßlauer Schiffswerft beschrieb praxisnah die Situation in seinem Unternehmen. Auch Frank Lehmann vom Wertstoffzentrum Dessau GmbH brachte konkrete Fragen und Anregungen ein.

Darüber hinaus wurden Bürokratiehemmnisse thematisiert, die aus Sicht der Wirtschaft Investitionen und Wachstum bremsen. In diesem Zusammenhang verwiesen Teilnehmende auch auf Schulzes Erfahrung aus seiner Zeit im Europäischen Parlament (2014–2021). Weitere Diskussionspunkte betrafen die Elbe als Wasserstraße und Transportweg, den Industriehafen Roßlau sowie die Zukunft dieses geschichtsträchtigen Wirtschaftsstandorts. Kurz angesprochen wurden zudem die hohen Energiekosten und der Ausbau erneuerbarer Energien. Ministerpräsident Schulze machte dabei deutlich, dass Wind- und Solarenergie allein aus seiner Sicht nicht ausreichen, um den Energiebedarf langfristig zu decken.
Die Diskussion verlief lebhaft, sachlich und von gegenseitigem Respekt geprägt. Zahlreiche Wortmeldungen unterstrichen das große Interesse an einem direkten Austausch mit der Landesregierung. Schulze betonte die Bedeutung starker Wirtschaftsstandorte auch außerhalb der Metropolen und stellte klar, dass die Doppelstadt Dessau-Roßlau für ihn keinesfalls als ländlicher Raum gelte, sondern ein wichtiger Wirtschaftsstandort in Sachsen-Anhalt sei. Die angesprochenen Themen wolle er mit nach Magdeburg nehmen.



Am Ende des Abends herrschte Einigkeit darüber, dass es sich nicht um eine Wahlkampfveranstaltung, sondern um einen echten Wirtschaftsdialog gehandelt habe. Die Veranstaltung wurde von den Roßlauer Unternehmerinnen und Unternehmern als rundum gelungen bewertet.
Der Wirtschaftskreis Roßlau kündigte an, auch künftig vergleichbare Gesprächsformate anbieten zu wollen, um den Anliegen der regionalen Wirtschaft weiterhin Gehör zu verschaffen.


